Cleansing Reduction - was ist das?

Je länger der Duschkopf sprudelt, umso höher der Wasserverbrauch. Nach hautärztlicher Sicht kommt langes Duschen nicht der Hautgesundheit zugute. Bis zu sechs Minuten genügen. Exzessive Reinlichkeit zerstört den natürlichen Fettsäuremantel der menschlichen Hülle. Die Haut trocknet aus und für Keime besteht ein leichterer Zugang.
Die fehlende Schutzbarriere begünstigt Hautirritationen und Ekzeme. Dermatologen warnen zudem vor zu häufigem Duschen. Statt weich und geschmeidig, wie erhofft, wird die überstrapazierte Haut schuppig und rau. Die natürliche Hautflora kann sich nicht mehr regenerieren. Lediglich sehr starkes Schwitzen oder eine mit viel Schmutz verbundene Tätigkeit rechtfertigen tägliches Duschen.
Ansonsten erfüllt ein- oder zweimaliges Abbrausen pro Woche die hygienischen Erfordernisse. Die Tage dazwischen genügen Waschlappen und Seife für die geruchsintensiven Bereiche wie Achseln, Füße und Intimzone.

Ähnlich verhält es sich mit den Haaren. Häufiges Shampoonieren bringt die natürliche Ölproduktion der Talgdrüsen durcheinander. Wird der Kopfhaut stetig Fett entzogen, sieht sie sich kontinuierlich zum Ausgleich des Mangels gezwungen. Mit Hochdruck sorgt sie für Nachschub. Der Teufelskreis waschen, nachfetten und wieder waschen lässt sich mit größeren zeitlichen Abständen zwischen den einzelnen Waschgängen durchbrechen. Kopfhaut und Haare sprechen relativ schnell darauf an und fahren sehr bald die ungezügelte Fett- und Talgproduktion herunter.

"Cleansing Reduction" (reduziertes Waschen) heißt eine Bewegung, die in England und den USA ihren Anfang nahm. Gesunde Haut kann sich selber schützen. Viele Hautprobleme resultieren aus einem Übermaß an Seife, Duschgel und Creme. Sich nicht zu viel aber auch nicht zu wenig waschen, lautet die allgemeine Empfehlung zu einem vernünftigen Umgang mit Wasser und Seife.